Für ein gutes Leben im Alter
Mit Seniorenbüros kommunal gestalten

Rund 120 Teilnehmende haben bei der 26. BaS-Fachtagung in Regensburg diskutiert, was ein gutes Leben im Alter ausmacht. Da im Zuge des demografischen Wandels an allen Orten zunehmend mehr ältere Menschen leben, besteht nach Ansicht der Tagungsteilnehmenden dringend Handlungsbedarf. Es sei an der Zeit, mit verbindlichen Strukturen flächendeckend die Daseinsvorsorge für ältere Menschen zu gewährleisten, nicht nur beim Thema Pflege. Ziel der Altenhilfe sollte sein, ein gutes Leben mit Gesundheit und gesellschaftlicher Teilhabe bis ins hohe Alter zu gewährleisten. Dies war der Tenor, der sich durch alle Beiträge der Tagung zog und der in vielen Wortmeldungen bestätigt wurde.

Der BaS-Vorsitzende Franz-Ludwig Blömker zeigte sich überzeugt: In Kommunen mit fachlich kompetenter und gut ausgestatteter Seniorenpolitik lebt man im Alter besser – sogar in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie. Blömker verwies dabei auf die guten Erfahrungen der gastgebenden Stadt. Mit der Gründung des „Treffpunkt Seniorenbüro“ vor 30 Jahren habe Regensburg in der Seniorenpolitik Meilensteine gesetzt. Zu diesem Jubiläum gratulierte Blömker der ebenfalls anwesenden Bürgermeisterin der Stadt Regensburg, Dr. Astrid Freudenstein.

Seniorenbüros seien ein Erfolgsmodell auf kommunaler Ebene und die BaS eine verlässliche Partnerin. Mit diesen Worten würdigte Seniorenministerin Lisa Paus, die mit einer Videobotschaft vertreten war, die Arbeit der BaS. Sie teile das Anliegen der BaS, dass ältere Menschen überall in Deutschland gut leben können, und sagte zu, sie wolle in der Diskussion um die künftige Gestaltung der Altenhilfestrukturen mit der BaS im Austausch bleiben.

Reinhard Pohlmann, Vorstandsmitglied der BaS, nannte die aktuelle Situation des demografischen Wandels eine „Zeitenwende“ der Gesellschaft. Die BaS sieht die Altenhilfe als Pflichtaufgabe der Kommunen und mahnt zusammen mit anderen Akteuren wie der BAGSO Handlungsbedarf an. Um die vielfältigen Bedarfe älterer Menschen zu decken und den unterschiedlichen Lebenslagen gerecht zu werden, brauche es feste hauptamtliche Strukturen. Diese machen ehrenamtliches Engagement erst möglich, das jedoch nicht als Lückenfüller missbraucht werden dürfe.

Der Siebte Altenbericht der Bundesregierung sei bei weitem noch nicht umgesetzt, kritisierte der Sozialwissenschaftler Prof. Thomas Klie in seinem Eröffnungsvortrag. Bereits dort sei die Rolle der Kommunen als Sorgende Gemeinschaften herausgearbeitet worden. Dennoch sei die Altenhilfe vielerorts noch lückenhaft, die gesetzliche Regelung werde als freiwillige Leistung interpretiert. Klie forderte, dass Kommunen im Rahmen ihrer Daseinsvorsorge Bedingungen für ein gutes Leben im Alter schaffen müssen. Es gebe bereits gute Beispiele wie das Berliner Gesetz „Gutes Leben im Alter“.

Die Fachtagung bot darüber hinaus viele inhaltliche Impulse. Zu „Fragen der Vergänglichkeit“ gab Dr. Christoph Seidl, Pfarrer in der Krankenhaus- und Hospizseelsorge in Regensburg, wertvolle Impulse und Denkanstöße. In Foren und Tischgesprächen wurde über Themen wie nachhaltige Infrastruktur in Kommunen, zugehende Hilfen, Nachbarschaftshilfe, Landesnetzwerke und Digitalisierung diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht.

Bei der Tagung war die Rolle der BaS als Impulsgeberin und als lebendiges Netzwerk vielfach spürbar, nicht zuletzt in unzähligen angeregten Gesprächen, bei der „Offenen Bühne“ am Abend und in vielen positiven Rückmeldungen von Teilnehmenden und Referierenden. Ein Drittel der Anwesenden nahm zum ersten Mal an einer BaS-Fachtagung teil. In der Auswertung wurde häufig genannt, dass die Multiplikator:innen viele Anregungen für ihre Arbeit in den Seniorenbüros vor Ort umsetzen können.